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Dokumentations- und Informationssystem Klauengesundheit

verfasst von: Dr. W. Feucker, M. E am 31.01.2005, 00:00 Uhr Klauen 
Da das vorzeitige Ausscheiden von Milchkühen aufgrund von Erkrankungen der Klauen und Gliedmaßen bereits Rang 3 unter den krankheitsbedingten Abgängen erreicht hat, steigt die Notwendigkeit zur Ursachenanalyse und Früherkennung von Problemen. Voraussetzung dazu ist eine sachgerechte Dokumentation, die mit vertretbarem Aufwand die Erfassung der wesentlichen Einflussfaktoren ermöglicht.
Da das vorzeitige Ausscheiden von Milchkühen aufgrund von Erkrankungen der Klauen und Gliedmaßen bereits Rang 3 unter den krankheitsbedingten Abgängen erreicht hat, steigt die Notwendigkeit zur Ursachenanalyse und Früherkennung von Problemen. Voraussetzung dazu ist eine sachgerechte Dokumentation, die mit vertretbarem Aufwand die Erfassung der wesentlichen Einflussfaktoren ermöglicht.


Als Grundlage dafür wurde vom Arbeitskreis Klauengesundheit der DLG eine deutschlandweit einheitliche Primärdokumentation auf der Basis standardisierter Primärbelege sowie eines einheitlichen Systems für Diagnosen, Befunde und Kennzahlen entwickelt (Abb.1).


Abb.1:    Dokumentationsblatt mit einheitlichem Diagnoseschlüssel

















































































































































































































































































DLG-ArbeitskreisKlauenpflege und -hygiene
Dokumentation von Klauenerkrankungen und Behandlungsmaßnahmen Seite:
Name / Betrieb: Nummer Klauenpfleger:
Ortlage / Stall: Betriebsschlüssel: Registriernummer:
Erkrankung der Klaue / Grad der Erkrankung
Klauenpflege- Behandlungsmaßnahmen / Artikel-Nummer
BemerkungenMedikamente Menge Nr. AA+A
WartezeitinTagen

Überweisung

Bestätigung Tierhälter
Ifd. Nr./ Datum Tiernummer
VL/ 1


VR/ 2


HL/ 3


HR/ 4


VL/ 1

VR/ 2

HL/ 3

HR/ 4

VL

VR

a

i

Grd

i

a

Grd

a

i

Grd

i

a

Grd

a

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a

a

i

i

a

M

F

HL

HR
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¦ ¦ ¦ ¦
VL = vorne links, VR = vorne rechts, HL = hinten links,  HR = hinten rechts; M = Milch, F = Fleisch/ in Tagen
Erkrankungen der Klaue:
1 RE Klauenrehe (Laminitis) 5.2 SK Schwellung des Kronsaums
1.1 WLD Weiße-Linie-Defekt (Zusammenhangstrennung) 6 SG Sohlengeschwür
1.2 WL Wandläsion 6.1 STG Steingalle (Druckstelle)
1.3 DS Doppelte Sohle 6.2 RSG Rusterholzsches Sohlengeschwür
2 BF Ballenhornfäule 6.3 SSG Sohlenspitzengeschwür
3 DID Klauenfäule (Dermatitis interdigitales) 6.4 KSG Klauensohlengeschwür in untypischer Lokalisation
4 DD Mortellarosche Krankheit (Dermatits digitalis) 7 LI Limax (Thylom)
5 PH Phlegmone (Schwellung des Fußes) 8 HS Hornspalt (Wandriss)
5.1 ZP Zwischenzehenphlegmone (Panaritium) 9 B/S Besonderheiten/ Sonstiges
Grad der Erkrankung 1 = geringgeradig 2 = mittelgeradig 3 = hochgeradig
__________________________ __________________________
Unterschrift Tierhalter Unterschrift Klauenpfleger

Darauf aufbauend wurde von den Verfassern dieses Artikels ein rechnergestütztes Dokumentations- und Informationssystem für die Klauengesundheit mit folgenden Schwerpunkten erarbeitet:



  • Rationalisierung des Aufwandes des Klauenpflegers für die Datenerfassung und Auswertung

  • Durchgängige Information über Klauenpflegemaßnahmen, Betriebssituationen (Haltung und Fütterung) sowie Gesundheit und Leistung der Tiere vom Klauenpfleger über den Landwirt, den Tierarzt, die Rechenzentren bis zum Klauenreport der DLG.

Dieses System ist modular aufgebaut, so dass seine Bestandteile sowohl einzeln als auch komplex genutzt werden können. Es befindet sich z. Z. in Erprobung (Abb.2).



Abb.2:    Dokumentations- und Informationssystem Klauengesundheit








Die Datenerfassung zum Tier kann wie bisher manuell oder über ein mobiles Gerät („Klaue mobil“, Abb. 3) durchgeführt werden. Für die manuelle Erhebung dienen die Dokumentationsblätter der DLG (Abb. 1).


Mit „Klaue mobil“ können direkt im Arbeitsprozess die Tätigkeiten zum Klauenschnitt auf einem Palmgerät erfasst sowie die Erkrankungen und Behandlungen als auch der Einsatz von Medikamenten dokumentiert werden.


Abb. 3:    Beispiel zu Erfassungsmasken von „Klaue mobil“








Für jede Kuh sind auf „Klaue mobil“ die bereits durchgeführten Klauenpflegemaßnahmen und die Entwicklung der Klauengesundheit hinterlegt. Aus Herdenmanagementsystemen mit der allgemein gültigen ADIS-ADED-Schnittstelle kann der Klauenpfleger weitere Tierdaten übernehmen. Damit verfügt er direkt im Stall über alle wichtigen Daten zur Kuh (Abstammung, Leistung, Informationen zum Klauenschnitt, Entwicklung der Klauengesundheit).

Nach Beendigung der Arbeit kann sofort ein Arbeitsnachweis als Grundlage der Rechnungslegung gedruckt werden, und der Klauenpfleger kann die für den Landwirt bestimmten Informationen an dessen Herdenmanagementprogramm übergeben. Dort werden sie je Tier gespeichert und bilden u. a. die Grundlage für

das nächste Wiedervorstellen zur Klauenpflege bzw. -behandlung, die Arbeit des Tierarztes und die Auswertung der Klauengesundheit im Landwirtschaftsbetrieb (Abb. 4).



Abb. 4: Auswertung der Klauengesundheit im Landwirtschaftsbetrieb






Zu Hause übernimmt der Klauenpfleger die Daten von „Klaue mobil“   in das PC-Projekt Klauenpflege. Dort werden die bereits vorhandenen Tierdaten automatisch vervollständigt. Auf dieser Grundlage erfolgt die Abrechnung und die Vorbereitung des nächsten Klauenschnitts. Bei manueller Dokumentation überträgt der Klauenpfleger die Daten von den Primärbelegen in die Erfassungsmaskendes PC-Projektes Klauenpflege. Für die Beratungstätigkeit des Klauenpflegers und seine prophylaktische Arbeit stehen umfangreiche variable Auswertungsmöglichkeiten zur Verfügung, wie z. B. die Entwicklung der Klauengesundheit in Abhängigkeit von:

  • Betrieben und Betriebsgrößen

  • Wirtschaftsweisen, Haltungsformen und Bodenbelägen

  • Erkrankungen und Behandlungen

  • Abstammungen sowie

  • Milch- und Fruchtbarkeitsleistungen

Voraussetzung dafür ist die Erfassung der dazu erforderlichen Betriebsstammdaten.


Aus rinderhaltenden Betrieben, die selbst kein Herdenmanagementprogramm besitzen bzw. deren Herdenmanagementprogramm über keine standardisierte Datenbereitstellung mittels ADIS-ADED verfügt, können mit Zustimmung des Landwirtes die kompletten Tierbestände mit ihren Abstammungen und Leistungen auch vom zuständigen Zentralrechner übernommen werden.


Zusätzlich zu den betriebsbezogenen Auswertungen können die Daten fakultativ an zentrale Stellen für weitere Verwendungen, wie z.B. die Zuchtwertschätzung oder den DLG-Klauenreport übergeben werden. Voraussetzung dafür ist die Anwendung des Diagnoseschlüssels Krankheiten der Klaue, der integrierter Bestandteil des zentralen Diagnoseschlüssels Rind ist. Der Diagnoseschlüssel Krankheiten der Klaue ist unter www.portal-rind.de mit seiner Anbindung an den zentralen Diagnoseschlüssel Rind dargestellt. Im Portal-Rind können weiterhin Anfragen gestellt werden, die von einem Expertenkreis beantwortet werden.


Der Klauenpfleger kann per Knopfdruck die erforderlichen Daten an die zentrale Klauenauswertung der DLG übertragen und sich mit seinen Daten am Klauenreport beteiligen. Damit über dieses System auch Auswertungen zu Klauenpflegern und zu Behandlungen vorgenommen werden können, wurde die Klauenpflegernummer sowie die Artikelbezeichnung und -numerierung standardisiert. Vor dem nächsten Kundenbesuch lädt der Klauenpfleger die erforderlichen Tierstammdaten aus dem PC-Projekt Klauenpflege in sein „Klaue mobil“. So ausgerüstet kann er dann im Landwirtschaftsbetrieb (mit oder ohne Herdenmanagementsystem) fundierte Entscheidungen treffen und seine Arbeit effektiv dokumentieren.


Autoren:


Data Service Paretz GmbH Dr. Werner Feucker Parkring 314669 Paretz



DLG Frankfurt Michael Eise Eschborner Landstraße 122 60489 Frankfurt/Main



Genossenschaft Klauenpfleger eG Sachsen Michael Kloó Pestalozzistraße 2 01847 Lohmen



Lehr- und Versuchsanstalt für Tierhaltung der LWK Hannover Dr. Dietrich Landmann Zur Bleeke 6 21379 Echem


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